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Fragen und Antworten zur Anwendung des Benaudira Hörtrainings

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Das BENAUDIRA – Hörtraining ist ein reines Wahrnehmungstraining.

Es ist keine medizinische Therapie und es kann nicht die Diagnose oder Behandlung durch eine Ärztin oder eine ärztlich verordnete Therapie wie z.B. Logopädie oder Ergotherapie ersetzen.

Das menschliche Gehirn ist flexibel und kann lernen.
Ähnlich wie Musiker oder Dirigentinnen im Laufe ihrer Laufbahn ein immer differenzierteres und feineres Hören erlernen, kann jeder Mensch sein Gehör trainieren, sofern keine organischen Hindernisse wie z.B. Krankheiten oder Beschädigungen des Ohres vorliegen.

BENAUDIRA stimuliert genau die Tonhöhen, die im Verhältnis zu anderen Tonhöhen nicht fein genug wahrgenommen werden. So wird die Entwicklung einer Wahrnehmung begünstigt, einem ausgewogenen Hören entspricht. Auch das Zusammenspiel beider Ohren und das Sprachverständnis fließen in das Training ein. Die Trainingsmusik wird für jeden einzelnen Klienten im Tonstudio anhand seiner Testergebnisse individuell angepasst.

Gelingt es, die Hörwahrnehmung zu verbessern, können z.B. Sprachlaute besser im Störschall erkannt und verarbeitet werden. In der Folge kann das Hören in Menschengruppen einfacher werden, die Konzentrationsspanne kann steigen und Kinder können besser Lesen und Schreiben lernen.
Wenn das Hören ins Gleichgewicht kommt, können auch Hyperakusis und Tinnitus nachlassen. Auf dieser Webseite finden Sie mehr Informationen zu den einzelnen Anwendungsbereichen des BENAUDIRA – Hörtrainings.

Das BENAUDIRA – Hörtraining dauert insgesamt 9 bis 15 Monate bei Kindern und 12 bis 18 Monate bei Erwachsenen Klienten. Wenn die Ergebnisse danach in seltenen Fällen noch nicht zufriedenstellend sind, empfehlen wir eine Pause von 6 bis 9 Monaten und dann eine erneute Trainingsdauer von 3 -6 Monaten.

Kinder und Jugendliche hören die Trainingsmusik täglich 10 Minuten lang.
Erwachsene hören 20 Minuten täglich die Musik. Diese können auch auf 2x 10 Minuten aufgeteilt werden.

Das BENAUDIRA Hörtraining findet zu Hause statt und man kann dabei entspannt ausruhen.
Besuche bei einer unserer Trainerinnen sind nur im Abstand von 2 – 3 Monaten notwendig, insgesamt 3 – 5 mal.
Das Training ist dadurch sehr einfach und mit geringem zeitlichen Aufwand durchführbar.

Die Musik des BENAUDIRA – Hörtranings wurde von Holger Raddatz und seinem Team speziell für dieses Training entwickelt.
Es ist Musik, deren Komposition aus der Hirnforschung abgeleitet ist.
Als einziges uns bekanntes Hörtraining verwendet BENAUDIRA Musik mit echten Instrumenten, die speziell für die Stimulation des Gehirns konzipiert wurde.
Die echten Instrumente wie z.B. Klavier, Streicher, Trommeln, Flöten, Harfen und Gitarren sind durch ihr Obertonspektrum der Natur und der menschlichen Stimme besonders nah und für die Stimulation des menschlichen Gehirns in besonderer Weise geeignet.
Die BENAUDIRA Trainingsmusik ist so entworfen, dass alle Tonhöhen in gleichem Maße enthalten sind. Damit können wir gezielt genau jene Frequenzen stimulieren, die für das Training benötigt werden.

Unsere Musik ist ein kraftvolles Spezialwerkzeug für die Förderung der Hörverarbeitung. Für den Hörer klingt sie allerdings einfach nach einer entspannenden Musik mit schönen Melodien und Rhythmen.
Die meisten Hörer empfinden die Musik als sehr angenehm.

Neben der instrumentalen Musik haben wir zusammen mit Sprachtherapeutinnen und Logopäden Lieder mit Sprachlauten entwickelt. Diese kommen zum Einsatz, wenn Kinder zu spät oder mit Schwierigkeiten das Sprechen erlernen oder wenn Schulkinder Probleme mit dem Lesen und Schreiben haben.
Die Sprachlaute in unseren Liedern werden anhand der sprachlichen Auffälligkeiten eines Klienten individuell tontechnisch verändert, so dass das Sprachverständnis gezielt trainiert werden kann.
Je nach Alter kommen zusätzlich speziell aufbereitete Hörbücher zum Einsatz.

Die Trainingsmusik wir bei den meisten Hörphasen für sechs Tage pro Woche zu konzipiert. Dies ist zum einen vorteilhaft für die Integration der Lernprozesse auf neuronaler Ebene, da es pro Woche einen Tag Pause vom Hören gibt. Zum anderen ist es für viele Familien hilfreich, wenn sie einen „erlaubten Tag ohne Musik“ während der Woche einplanen können. Die Pause können die Familien nach ihren Bedürfnissen wählen (es ist nicht zwingend, dass die Pause am siebten Tag liegt). Das Kind kann also einmal pro Woche sagen: „Heute möchte ich nicht hören“ oder bei einem Freund bzw. bei den Großeltern übernachten, ohne an diesem Tag hören zu müssen. Bei Erwachsenen Hörenden gilt dasselbe.
Die instrumentale Musik des BENAUDIRA-Hörtrainings besteht aus sieben 10-minütigen Stücken. Jedes dieser Stücke hat seinen spezifischen Frequenzschwerpunkt, also die Frequenzen, die darin am stärksten vertreten sind. Dies ist wichtig, damit alle benötigten Frequenzen im Training abgedeckt werden.
In den ersten Hörphasen wollen wir einen bestimmten Frequenzbereich kontinuierlich nur für fünf Minuten stimulieren. Nach fünf Minuten erfolgt ein Wechsel zu einem anderen Frequenzbereich (dies können auch die Klienten wahrnehmen, da sich die Musik ungefähr in der Mitte ändert). An jedem Trainingstag werden somit innerhalb der zehn Minuten zwei der sieben Frequenzbereiche abgedeckt. Auf diese Weise können wir die Musik der sieben grundlegenden Stimulationsstücke gut auf die empfohlenen sechs Hörtage verteilen.
In der dritten Hörphase ist es jedoch in vielen Fällen wichtig, dem Klienten die volle 10-minütige Stimulation eines bestimmten Frequenzbereichs zu ermöglichen. Nach zwei abgeschlossenen Hörphasen ist das Gehirn besser auf diese intensivere Stimulation vorbereitet. Deshalb erhalten viele Klienten in der dritten Hörphase ein Training für sieben Tage pro Woche, damit sie alle Stücke hören können, die nun nicht mehr aus zwei 5-Minuten-Teilen kombiniert sind, sondern in voller Länge von zehn Minuten jeweils einen Frequenzbereich abdecken.
Wenn das Kind trotz dieser Musikeinstellung unbedingt einen Pausentag benötigt, weil es sich daran gewöhnt hat oder es stört, kontinuierlich zu hören, kann es diesen Pausentag trotzdem einlegen. Wichtig ist jedoch, dass kein Stück ausgelassen wird und das Training am folgenden Tag fortgesetzt wird. In diesem Fall verlängert sich das Training um zwölf Tage.
Die Hörphase mit sieben Tagen Hören pro Woche kann bei Klienten wiederholt werden, die mehr Hörphasen benötigen als üblich (4–5 Phasen). In der dritten Hörphase wird jedoch nicht immer sieben Tage pro Woche gehört. Es können Gründe bestehen, bestimmte logopädische Stücke vorzuziehen (diese umfassen sechs Stücke innerhalb der Hörphase). In Ausnahmefällen wird auch mit kombinierten Stücken weitergearbeitet (5 + 5 Minuten – sechs Stücke pro Woche plus Pause).
Handelt es sich um ein Kind unter neun Jahren, bei dem im dritten Test der dichotische Test deutlich schwächer ist als der monaurale und binaurale Test, entscheiden wir uns in den meisten Fällen für logopädische Stücke, da diese für den Klienten in dieser Phase die beste Wahl darstellen. Kinder über neun Jahre sind dann mit einem der verfügbaren Hörbücher am besten beraten.
In den meisten anderen Fällen können die Hörtrainer in der dritten Phase des Hörtrainings die Variante von sieben Hörtagen pro Woche anwenden.

Das geht theoretisch, es ist aber nicht günstig. Die Wirkung der Stimulation vertieft sich, nachdem das Gehirn nach ein paar Minuten etwas mehr zur Ruhe gekommen ist. Diese intensiveren Phasen sind dann kürzer. Ausserdem ist eine sekundäre Wirkung des Trainings die Entspannung, die durch diese kleine “Auszeit” mit Musik bei 60bpm bei den meisten einsetzt. Das wird bei 5 Minuten auch nicht so intensiv geschehen. Allerdings ist es auch nicht ohne Effekt, nur weniger intensiv. Wenn es daher dringende Gründe bei Einzelnen gibt, dass 10 Minuten zu lang sind, sind 2×5 Minuten eine Lösung.

In der Mehrheit der Fälle können Klienten mit Epilepsie das Hörtraining ohne Einschränkungen absolvieren. Dies betrifft vor allem Klienten, die gut medikamentös eingestellt sind oder über längere Zeit keine Anfälle mehr hatten. Bei Klienten mit Epilepsie gehen wir sehr vorsichtig vor – auch deshalb, um auf mögliche kritische Fragen von Angehörigen oder den Klienten selbst gut reagieren zu können.

Empfehlungen für Hörtrainerinnen:
1.    In der Anamnese sollte erfasst werden, ob die Klientin in letzter Zeit Anfälle hatte oder ob sie medikamentös so eingestellt ist, dass es nicht mehr zu Anfällen kommt. Wann war der letzte Anfall?
2.    Wurde in der Vergangenheit beobachtet, dass Anfälle durch akustische Reize ausgelöst wurden? Falls ja: Nur durch akustische Reize oder gibt es mehrere mögliche Auslöser?
3.    Wenn die Klientin Anfälle hat: Wie häufig treten sie durchschnittlich auf? Welche zeitlichen Abstände liegen zwischen den Anfällen? Wie lange dauern sie?

Wenn die Klientin weiterhin Anfälle hat, nicht gut medikamentös eingestellt ist und diese Anfälle zumindest teilweise durch akustische Reize ausgelöst werden können, empfehlen wir, mit dem Training langsam zu beginnen und gleichzeitig eine Dokumentation über weitere mögliche Anfälle zu führen:
1.    In der ersten Woche die Musik nur 5 Minuten täglich leise im freien Raum abspielen (nicht über Kopfhörer).
2.    Wenn keine negative Reaktion auftritt: In der zweiten Woche die Musik 10 Minuten täglich im freien Raum abspielen.
3.    Wenn weiterhin keine negative Reaktion auftritt: In der dritten Woche die Musik leise über Kopfhörer abspielen – die Zeit langsam von 2 Minuten auf 10 Minuten täglich steigern.
4.    Wenn der Verlauf weiterhin unauffällig bleibt: Das Training kann wie üblich durchgeführt werden.

(Bisher kam es bei diesem Vorgehen noch nie zu einem Anfall – es handelt sich lediglich um eine Vorsichtsmaßnahme.)

Sollte dennoch ein Anfall auftreten: Ist er ungewöhnlich oder neu? Oder trat er in den bekannten zeitlichen Abständen / mit der gleichen Intensität / Frequenz auf wie vor Beginn des Trainings?
In diesem Fall steht er nicht im Zusammenhang mit dem Training, und man kann wie bisher fortfahren.

Wenn jedoch ein Anfall deutlich früher als gewöhnlich auftritt oder intensiver ist … dann wäre dies der erste dokumentierte Fall, bei dem ein epileptischer Anfall durch ein Benaudira-Training ausgelöst wurde.